Definition
Time-to-Hire misst die Zeit zwischen dem ersten Kontakt eines Kandidaten (Bewerbung oder Erstansprache) und der Annahme des Jobangebots. Sie ist einer der wichtigsten Recruiting-KPIs — denn in einem engen Kandidatenmarkt verlieren langsame Unternehmen die besten Talente an schnellere Wettbewerber.

Zeit ist dein größter Feind im Recruiting. Nicht weil Kandidaten ungeduldig sind, sondern weil die besten Kandidaten meist mehrere Optionen haben. Und wer länger braucht, verliert. Ein guter Kandidat wird sich innerhalb von 10 Tagen für einen Job entscheiden — der langsamere Prozess ist dann ein Nachteil.

Time-to-Hire ist nicht dasselbe wie Time-to-Fill. Ein häufiger Fehler im Recruiting-Management. Time-to-Hire ist: wie lange dauert es, bis ein einzelner Kandidat vom ersten Kontakt zur Angebotsannahme? Time-to-Fill ist: wie lange ist eine Stelle insgesamt vakant, vom Ausschreiben bis zur ersten Arbeitswoche. Time-to-Hire ist präziser, agiler, actionabler.

Zahlen & Fakten

Time-to-Hire in Deutschland 2025

73
Tage durchschnittliche
Time-to-Hire in DACH
57%
verlieren Interesse bei
zu langem Prozess
14
Tage Time-to-Hire bei
Top-Teams
DURCHSCHNITTLICHE TIME-TO-HIRE NACH BRANCHE (2024) Ø 28d IT & Software 45d Engineering 38d Finance 34d Healthcare 31d Sales 26d Hospitality 18d Quelle: LinkedIn Talent Solutions 2024

Benchmark: Was ist eine gute Time-to-Hire?

Die Benchmarks sind klar: Der Durchschnitt in Deutschland liegt bei 73 Tagen. Das ist zu lang. Top-Recruiting-Teams schaffen es unter 14 Tage. Aber die realistische Spanne ist:

Industry Benchmark

Time-to-Hire nach Performance Level

14d
Top-Performer
(Zielwert)
73d
DACH Durchschnitt
(Status quo)
120+d
Langsame Unternehmen
(Problem)

Time-to-Hire nach Branche (realistisch)

Kritisches Fenster: 4 Wochen

Jeder Tag zählt: Kandidaten, die sich aktiv bewerben, haben oft mehrere Prozesse laufen. Wer länger als 4 Wochen braucht, verliert statistisch 60% der Top-Kandidaten. Die Chancen sinken exponentiell mit jedem weiteren Tag.

Faktoren, die Time-to-Hire beeinflussen

Time-to-Hire ist nicht zufällig. Diese Faktoren bestimmen sie direkt:

Time-to-Hire optimieren: 7 Hebel

Nicht alle Hebel wirken gleich stark. Diese 7 Maßnahmen bringen messbare Verbesserungen:

1
Strukturierte Stellenprofile vorab definieren
Bevor die erste Bewerbung reinkommt: klar definierte Anforderungen, Verantwortlichkeiten, Kultur-Fit Kriterien. Das spart Screening-Zeit und sorgt für bessere Kandidaten von Anfang an.
2
Talentpool aufbauen für Sofortverfügbarkeit
Eine kuratierte Datenbank mit vorqualifizierten Kandidaten reduziert Time-to-Hire dramatisch — oft von 73 auf unter 30 Tage. Kein Warten auf Bewerbungen nötig.
3
Interview-Slots vorab blockieren
Mit Hiring Manager vereinbaren: "Nächste Woche haben wir Freitag 14-16 Uhr und Montag 10-12 Uhr für Interviews reserviert." Keine Verzögerung durch Terminsuche.
4
Anzahl der Interview-Runden auf 2-3 reduzieren
5 Runden sind übertrieben. Für die meisten Rollen reichen 2-3 Runden aus: Screening + Fachinterview + Kultur-Fit. Das spart 2-3 Wochen.
5
KI-gestütztes Pre-Screening einsetzen
Automatische Qualification der Kandidaten nach vordefinierten Kriterien. Das spart Tage an manuelem Screening und Feedback.
6
Entscheidungskompetenzen beim Recruiter stärken
Der Recruiter sollte weitergehen können, ohne jede Entscheidung drei Ebenen oben zu genehmigen. Das braucht Vertrauen und klare Grenzen, aber es beschleunigt den Prozess.
7
SLAs für Hiring Manager einführen (max. 48h Feedback)
Der Hiring Manager muss innerhalb von 48 Stunden nach einem Interview Feedback geben. Nicht 2 Wochen. Das hält den Prozess in Bewegung.

Time-to-Hire mit Vermio halbieren

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58%
TTH-Reduktion
im Schnitt
ZEITVERTEILUNG IM RECRUITING-PROZESS 28 Ø Tage Stellenausschreibung & Genehmigung 5 Tage Kandidatensuche & Sourcing 8 Tage CV-Screening & Vorauswahl 4 Tage Interview-Koordination 6 Tage Entscheidung & Angebot 5 Tage Durchschnittliche Verteilung eines 28-Tage-Prozesses

Häufig gestellte Fragen zu Time-to-Hire

Wie berechnet man Time-to-Hire richtig?
Time-to-Hire = Datum der Angebotsannahme minus Datum des ersten Kandidatenkontakts (Bewerbung oder Erstansprache). Die durchschnittliche Time-to-Hire für ein Team sollte über einen Zeitraum (z.B. Quartal) berechnet werden, nicht für einzelne Hires. Eine Formel: (Summe aller TTH pro Hire) geteilt durch (Anzahl eingestellter Mitarbeiter).
Time-to-Hire vs. Time-to-Fill: Was ist wichtiger?
Beides ist wichtig, aber für unterschiedliche Zwecke: Time-to-Hire misst Prozess-Effizienz (wie schnell arbeitet dein Recruiting?). Time-to-Fill misst Business Impact (wie lange ist eine kritische Stelle vakant?). Schnelle Time-to-Hire führt zu schnellerer Time-to-Fill, aber die Stelle könnte auch schneller vakant geworden sein. Ideal: beide reduzieren.
Warum ist eine kurze Time-to-Hire so entscheidend?
Top-Kandidaten erhalten mehrere Angebote gleichzeitig. Unternehmen, die länger brauchen, verlieren. Ein Kandidat, der sich Freitag bewirbt, hat von anderen Unternehmen oft schon ein Angebot bis Montag. Wer 4 Wochen braucht, ist zu spät. Der Talentmarkt ist ein Wettrennen — Geschwindigkeit ist ein direkter Wettbewerbsvorteil.
Können lange Interview-Prozesse schlechte Kandidaten filtern?
Nein. Das ist ein Mythos. Lange Prozesse filtern Top-Kandidaten heraus, weil die sofort andere Optionen haben. Schlechte Kandidaten haben Zeit zu warten. Strukturierte, kurze Prozesse filtern besser — durch gute Screening-Fragen und relevante Assessments, nicht durch Länge.
Quellen & Studien
Vermio

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